Die geschichtliche Entwicklung des Ortes Benneckenstein
Der vom Holsteinischen her besiedelte Flecken Benneckenstein wurde erstmals im Jahre 1253 als „Bennecken Brugge“ in einer Grenzbeschreibung der Regensteiner Grafen erwähnt. Seine Bewohner, meist Kleinbauern und Bergleute, waren Untertanen der Grafen von Hohnstein. Durch mehrfache Erbteilungen wurde der kleine Ort ab 1373 in zwei, ab 1583 sogar in drei Herrschaftsbereiche aufgeteilt. Es regierten neben den Hohnsteinern die Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt/ Sondershausen. Infolge dieser Situation kam es 1569 zu einer „Einung“ (Vereinigung) zwischen beiden, welche als eines der ersten Ortsstatute auf deutschem Boden gilt.
Nach dem 30-jährigen Krieg, in dem Benneckenstein 1626/27 für kurze Zeit ein Zentrum der Harzschützen ist, nahm 1648 Brandenburg-Hohenzollern die Nordhälfte des Ortes in Besitz, wodurch Benneckenstein 1701 „preußisch“ wurde. Am 14. Februar 1741, beendete Preußenkönig Friedrich II. durch Zukauf des Schwarzburger Teiles den 368 Jahre (!) währenden Teilungszustand und verlieh gleichzeitig Benneckenstein das Stadtrecht.
Nach dem Rückgang von Bergbau und Hüttenwesen entwickelte sich die Herstellung von Holzwaren sowie Hausierhandel und Fuhrwesen. Darauf dominierte die Nagelschmiederei (40 Kleinbetriebe) und die Zündholzherstellung (10% der Gesamtproduktion Deutschlands). Die Industriealisierung „im Lande“ führte aber zum Niedergang dieser Gewerbe und in Folge zur Ausbildung von Holz- und Textilverarbeitung. Als neue Erwerbsquelle kam 1887 der Fremdenverkehr dazu, der durch den Harzquerbahnbau 1899 sehr befördert wurde.
Benneckenstein wurde als Kurort und Wintersportplatz anerkannt und verbesserte ab der Jahrhundertwende kontinuierlich seine Infrastruktur (Wasserleitung, Elektrizitätswerk, Post, Telegrafie, Bad, Kur- und Sportanlagen). 1934 entstand in Benneckenstein das Trainingslager der deutschen Nationalmannschaften im Boxen, Ringen und Gewichtheben. 1936 wurde Schwergewichtsweltmeister Max Schmeling Ehrenbürger der Stadt. Nach der Wende 1989, die auch hier einen Verlust an Erwerbsmöglichkeiten nach sich zog, hat sich das Hochharzstädtchen vermehrt der Tourismusbranche zugewandt. Traditionspflege, Geschichtsbewusstsein und mannigfaltige Vereinstätigkeiten kennzeichnen das Gemeindeleben. Die Wirtschaft wird geprägt von derzeit drei mittelständischen produzierenden Unternehmen sowie von Dienstleistungs- und Transportgewerben.
Seit dem 01.01.2010 gehört der Ort Benneckenstein zur neu gegründeten Stadt Oberharz am Brocken.